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Wiederholte Fehlgeburten: Neue Leitlinie setzt wichtige Akzente

Wiederholte Fehlgeburten gehören zu den belastendsten Erfahrungen in der Reproduktionsmedizin. Nach jedem Verlust wächst nicht nur die Trauer, sondern auch die Frage: War es Zufall – oder gibt es eine Ursache, die wir erkennen und vielleicht behandeln können?

Die neue S2k-Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten“ bringt hier wichtige neue Orientierung.

Eine der zentralen Botschaften lautet: Man muss nicht zwingend drei Fehlgeburten abwarten, bevor genauer hingeschaut wird.

Zwar definiert die WHO wiederholte Spontanaborte weiterhin als drei oder mehr Fehlgeburten. Die aktualisierte Leitlinie macht aber ausdrücklich deutlich, dass eine weiterführende Diagnostik bereits nach zwei Fehlgeburten sinnvoll sein kann – abhängig vom Alter der Frau, ihrer Vorgeschichte und der gesamten reproduktionsmedizinischen Situation.

Das ist ein wichtiger Schritt weg von starren Zahlen und hin zu einer individuelleren Medizin.

Nicht nur die Frau gehört untersucht

Besonders wichtig ist ein weiterer Akzent der neuen Leitlinie: Auch der Mann wird stärker in die Diagnostik einbezogen.

Samenqualität und möglicherweise Veränderungen der Spermien-DNA können bei wiederholten Schwangerschaftsverlusten relevant sein. Das entspricht einem Grundgedanken, den wir bei Best Fertility seit Langem vertreten:

Fortpflanzung ist immer das Ergebnis zweier biologischer Systeme. Deshalb sollte auch die Diagnostik beide Partner betrachten.

Abortmaterial kann wertvolle Antworten geben

Auch die genetische Untersuchung des Abortmaterials erhält einen wichtigen Stellenwert. Sie kann zeigen, ob beispielsweise eine Chromosomenveränderung Ursache der Fehlgeburt war und damit helfen, die weitere Diagnostik gezielter zu planen.

Gleichzeitig setzt die Leitlinie klare Grenzen.

Nicht alles, was bei wiederholten Fehlgeburten angeboten wird, ist automatisch sinnvoll. Heparin, ASS oder andere Therapien sollten nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“ eingesetzt werden, sondern dann, wenn dafür tatsächlich eine medizinische Indikation besteht.

Die entscheidende Botschaft lautet deshalb:

Nicht möglichst viel untersuchen und behandeln – sondern das Richtige.

Dazu gehören genetische, anatomische und hormonelle Faktoren, das Antiphospholipid-Syndrom, Lebensstil und männliche Faktoren ebenso wie die erhebliche psychische Belastung, die wiederholte Schwangerschaftsverluste mit sich bringen können.

Denn hinter jeder Fehlgeburt steht nicht nur eine medizinische Diagnose.

Dahinter stehen Menschen, die bereits begonnen hatten, Zukunft zu denken.

Die neue Leitlinie schafft dafür einen moderneren, strukturierteren und individuelleren Rahmen.

Wir werden bei Best Fertility die neue Leitlinie in Kürze ausführlich vorstellen und die wichtigsten Empfehlungen Schritt für Schritt erklären: Welche Untersuchungen sind sinnvoll? Was ist tatsächlich wissenschaftlich belegt? Welche Rolle spielt der Mann? Und welche Therapien helfen – und welche eher nicht?

Denn nach einer Fehlgeburt braucht es Mitgefühl.

Nach wiederholten Fehlgeburten braucht es zusätzlich einen guten Plan.

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