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AMH erklärt: Bedeutung und neue Erkenntnisse

Viele Frauen und Paare, die zu uns kommen, haben schon unzählige Begriffe gehört – und einer taucht dabei immer wieder auf: der AMH‑Wert. Gleichzeitig erzählen uns viele Patientinnen, dass sie zwar wissen, ob ihr AMH „hoch“ oder „niedrig“ ist, aber eigentlich gar nicht so genau, was dieser Wert bedeutet. Deshalb möchten wir das Thema einmal ganz entspannt und verständlich aufdröseln – und Ihnen zeigen, wie sich AMH und Alter tatsächlich auf die Chancen in einem Frischzyklus auswirken.

Der AMH‑Wert ist eine Art Blick in die Zukunft der Eierstöcke. AMH steht für Anti‑Müller‑Hormon – ein komplizierter Name für etwas sehr Einfaches: Dieses Hormon wird von kleinen, noch unreifen Eibläschen gebildet. Je mehr davon vorhanden sind, desto höher ist der AMH-Wert. Er sagt also etwas über die Menge der Eizellen aus, die in den nächsten Jahren noch heranreifen können. Was er nicht sagt: wie gut diese Eizellen sind. Qualität und Menge sind zwei völlig verschiedene Dinge. Deshalb kann auch eine Frau mit niedrigem AMH sehr gute Eizellen haben. Ein einzelner AMH-Wert hat auch nicht die absolute Aussagekraft, die ihr oftmals zugesagt wird, wichtig ist auch Dynamik, also die Entwicklung über die Zeit. Wir wissen auch, dass es eine Gruppe von Frauen gibt, die trotz niedrigen AMH-Werten ohne Probleme wiederholt schwanger wird. Und am Ende ist auch der AMH nicht der einzige Faktor und muss immer professionell eingeordnet werden.

Ein niedriger AMH-Wert bedeutet also nicht, dass eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist. Er bedeutet nur, dass wir im Rahmen einer Stimulation wahrscheinlich weniger Eizellen gewinnen. Und genau darauf können wir die Behandlung sehr gut abstimmen.

Ein Blick in die Daten des Deutschen IVF-Registers zeigt, wie viel trotz unterschiedlicher Ausgangslagen möglich ist. Frauen unter 35 Jahren erreichen im Frischzyklus im Durchschnitt eine klinische Schwangerschaftsrate von etwa 38 Prozent pro Embryotransfer. In der Altersgruppe 35 bis 39 Jahre liegt die Rate bei rund 31 Prozent, und selbst ab 40 Jahren werden noch etwa 17 Prozent erreicht. Diese Zahlen stammen aus dem neuesten DIR (Deutsches IVF-Register)-Jahrbuch 2023, das die Ergebnisse von über 100.000 Behandlungszyklen in Deutschland zusammenfasst.

Auch beim AMH-Wert zeigt sich ein differenziertes Bild. Patientinnen mit höheren Werten haben im Durchschnitt mehr Eizellen, aber Patientinnen mit niedrigen Werten erzielen keineswegs schlechte Ergebnisse. Entscheidend ist, dass wir die Behandlung individuell planen. Das DIR zeigt, dass selbst bei einer geringen Eizellzahl von nur ein bis drei gewonnenen Eizellen pro Punktion weiterhin Schwangerschaften entstehen – und zwar in allen Altersgruppen. Die Chancen hängen also nicht allein von einer Zahl im Labor ab, sondern von vielen Faktoren, die wir gemeinsam optimieren können.

Wichtig ist uns, dass Sie sich mit Ihren persönlichen Voraussetzungen gut aufgehoben fühlen. Jede Behandlung ist ein eigener Weg, und wir begleiten Sie mit medizinischer Erfahrung, klaren Erklärungen und einem offenen Ohr für Ihre Sorgen und Hoffnungen. Die Zahlen aus dem IVF-Register machen Mut: Auch mit niedrigen AMH-Werten oder in höherem Alter gibt es realistische Chancen, wenn die Behandlung sorgfältig abgestimmt wird.

Wenn Sie Fragen zu Ihrem AMH-Wert, Ihrem Alter oder Ihren individuellen Erfolgsaussichten haben, sprechen Sie uns jederzeit an. Wir nehmen uns Zeit und beraten Sie verständlich und in Ruhe.

Quelle: Deutsches IVF-Register (DIR), Jahrbuch 2023

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