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Wenn das Wunder stolpert – neue Erkenntnisse zu Fehlgeburten & was wir dagegen machen können

Liebe Patientinnen, liebe Paare,

eine Fehlgeburt trifft mitten ins Herz. Spontan tauchen Fragen auf wie: „Habe ich etwas falsch gemacht?“ oder „Warum passiert das gerade uns?“ – Fragen, auf die es selten sofort Antworten gibt. Doch die Forschung macht große Fortschritte. Eine aktuelle Genom-Studie hat erstmals sehr detailliert untersucht, was in den allerersten Wochen einer Schwangerschaft auf genetischer Ebene schiefgehen kann. Wir möchten Ihnen diese Erkenntnisse verständlich weitergeben und daraus konkrete Hilfestellungen ableiten.

1. Was hat die Studie herausgefunden?

  • Mehr als 55 % aller untersuchten Fehlgeburten ließen sich genetisch erklären.
    • 44 % beruhen auf einer falschen Chromosomenzahl (Aneuploidie) – besonders häufig Monosomie X oder Trisomie 16.
    • 6 % waren Triploidien, also ein kompletter dritter Chromo­somensatz.
    • Gut 3 % entstanden durch seltene, pathogene Sequenzvarianten – selbst bei normaler Chromosomenzahl.
    • Rund 1 % wiesen große, neu entstandene Chromosomen­um­lagerungen (CNVs) auf.
  • Schon eine winzige Veränderung kann genügen: Etwa 1 von 136 Schwangerschaften geht allein aufgrund einer solchen seltenen Genvariante verloren.
  • Fehler entstehen extrem früh: Bei rund 7 % der mütterlichen Neumutationen passierten die Veränderungen noch vor der Trennung der späteren Schwesterchromatiden – manche Risiken sind also bereits im eigenen Embryostadium der Mutter angelegt.
  • 45 % der Fehlgeburten bleiben genetisch ungeklärt – ein Hinweis darauf, dass auch Immun­prozesse, Gerinnungsstörungen oder anatomische Besonderheiten eine Rolle spielen können.

2. Was heißt das für betroffene Eltern?

Nach der ersten Fehlgeburt

  • Eine Fehlgeburt kann unglücklicherweise passieren, ohne dass Sie etwas hätten verhindern können. Geben Sie sich Zeit zum Trauern.
  • Meist genügt eine Basis-Abklärung bei Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt. Umfangreiche genetische Untersuchungen sind in dieser Situation selten nötig.

Bei wiederholten Fehlgeburten (≥ 2 Verluste)

  • Jetzt lohnt sich eine erweiterte Diagnostik, auch eine genetische – inklusive Analyse eventuell vorhandenen Embryo­materials oder, falls nicht verfügbar, Ganzgenom-Sequenzierung beider Eltern.
  • Wird eine rezessive Veranlagung entdeckt, lässt sich das Wiederholungsrisiko exakt berechnen und Therapien können gezielt geplant werden.

Planung der nächsten Schwangerschaft

  • Ein umfassender 360°-Check (Hormone, Gerinnung, Immunologie, Anatomie, Begleiterkrankungen) deckt zusätzliche Risiken auf und macht sie behandelbar.
  • Bei hohem genetischem Risiko können Präimplantations­diagnostik (PGT) oder eine engmaschig überwachte Embryokultur helfen, nur genetisch unauffällige Embryonen zu transferieren.
  • Ein gesunder Lebensstil mit allen wichtigen Nährstoffen (Folsäure), vermeidung von Zellgiften (Rauchstopp), moderater Bewegung und Stressreduktion stärkt Körper und Seele – ersetzt aber keine genetische Analyse.

Psychische Gesundheit

  • Trauer, Schuldgefühle und Angst sind normal. Nehmen Sie professionelle Hilfe an – unsere Psychologinnen bieten Trauer- und Resilienz-Sprechstunden kostenfrei an.

3. Wie kann BestFertility Sie unterstützen?

Modernste Genetik

Chromosomenanalysen, Whole-Genome-Sequencing und – bei Bedarf – PGT: Dank optimierter Netzwerke erhalten Sie Ergebnisse in Tagen statt Wochen.

Interdisziplinärer 360°-Blick

Reproduktionsmedizin, Humangenetik, Immunologie, Gerinnungs­diagnostik und Psychologie arbeiten Hand in Hand – für einen Therapieplan, der Sie als ganzen Menschen sieht.

Maßgeschneiderte Therapien

Von optimierter Hormon­unterstützung über Gerinnungs- oder Immun­therapien bis hin zu Lifestyle-Coaching: Wir verbinden neueste Wissenschaft mit Herzenswärme, um Ihre nächste Schwangerschaft so sicher wie möglich zu machen.

4. Wir möchten Ihnen Mut machen

Jede Fehlgeburt hinterlässt Spuren und das Gefühl von Hilflosigkeit – doch Sie sind nicht allein. Viele Ursachen liegen außerhalb Ihrer Kontrolle, lassen sich heute jedoch sichtbar machen. Jede neue Erkenntnis bringt uns einen Schritt näher zu einer stabilen Schwangerschaft.

„Hoffnung ist die kleine Flamme, die selbst die dunkelste Nacht erhellt.“

Wenn Sie Fragen haben oder ein persönliches Gespräch wünschen, kontaktieren Sie uns gern telefonisch oder per E-Mail. Wir hören zu, erklären verständlich und gehen den nächsten Schritt gemeinsam mit Ihnen.

Herzliche Grüße

Dr. Friedrich Gagsteiger

& das gesamte Team von BestFertility

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